Factorio 2.1: Automatisierte Fabrik mit Förderbändern und Greifarmen, im Hintergrund startet eine Rakete in den Abendhimmel

Factorio 2.1 ist da – und es ist das letzte Kapitel einer langen Geschichte. Wube Software hat das Update am 23. Oktober 2026 nach einem langen Sommer im Experimental-Zweig offiziell als stabil markiert. Nach 14 Jahren kontinuierlicher Entwicklung ist es Wubes letztes großes Update für das Fabrikbau-Spiel. Neue Planeten, Gegner oder Forschungsbäume gibt es zum Abschied zwar nicht, dafür aber eine riesige Sammlung an Komfortfunktionen, Feinschliff und Ideen, für die bei Version 2.0 keine Zeit mehr blieb. Wir zeigen euch, was im Factorio Update steckt, was sich für Space Age ändert und was ihr vor dem Wechsel unbedingt sichern solltet.

Factorio 2.1 ist stabil: Letztes großes Update nach 14 Jahren

Dass 2.1 der Schlusspunkt wird, hatte Wube bereits im Mai angekündigt. Das Spiel habe laut Studio „einen guten Punkt erreicht, um die aktive Entwicklung abzuschließen“. Den Zeitpunkt der Stable-Freigabe hat das Team mit Bedacht gewählt: Laut Friday Facts #449 ist es auf die Woche genau zwei Jahre her, dass die Erweiterung Space Age erschienen ist. Zum Abschluss hat Wube auch den klassischen Factorio-Trailer ein letztes Mal überarbeitet.

Viele Änderungen seit der ersten 2.1-Experimental-Version gehen direkt auf Fehlermeldungen und Feedback aus der Community zurück. Wer bisher bewusst auf dem stabilen 2.0-Zweig geblieben ist, bekommt jetzt alles auf einen Schlag. Kleinere Patches kann es laut PC Gamer zwar weiterhin geben, 2.1 markiert aber das endgültige Ende der großen Entwicklung.

Space Age: Mehr Möglichkeiten in der Weltraum-Logistik

Die Weltraumplattformen sind das Rückgrat von Space Age, und genau hier legt das Update am stärksten zu:

  • Gemischte Raketen: Eine Rakete kann jetzt mehrere verschiedene Gegenstände in einem Start transportieren. Für eine kleine Plattform müsst ihr also nicht mehr von allem einen vollen Stapel hochschicken.
  • „Import from Any“: Bleibt das Feld „Import from“ leer, werden Gegenstände von allen Orten importiert – ideal für Treibstoff, Munition und Reparaturpakete.
  • Transfers zwischen Plattformen: Plattformen im Orbit können Gegenstände bei anderen Plattformen anfordern und an sie abgeben.
  • Hub-Anfragen per Schaltung: Die Anfragen des Plattform-Hubs lassen sich über das Schaltungsnetz steuern.
  • Radar-Universum-Modus: Schaltsignale können auf einem gemeinsamen Kanal zwischen Planeten und Plattformen ausgetauscht werden.

Dazu kommt eine neue Entladebucht für Landeplätze. Greifarme können daraus Gegenstände direkt auf Förderbänder, in Züge oder Kisten befördern. Die Bucht lässt sich in einem begrenzten Bereich rund um den Landeplatz bauen, und erhöhte Schienen dürfen jetzt über Frachtbuchten verlaufen.

Auch das Flugverhalten wurde überarbeitet: Asteroidenschaden hängt jetzt von der verbleibenden Lebensenergie des Asteroiden statt von seiner Geschwindigkeit ab. Der Plattform-Hub hält mehr aus, und der Luftwiderstand richtet sich nach der Masse statt nach der Breite. Das schmale „Bleistift-Schiff“ ist damit nicht mehr der einzige Weg zu hohem Tempo.

Quality wird optional, Schaltungsnetz wächst

Eine der wichtigsten Neuerungen für alle, die mit dem Quality-System nie warm geworden sind: Space Age lässt sich jetzt ohne Quality spielen. Der Recycler wurde in eine eigene Mod ausgelagert, und Quality ist nur noch eine empfohlene Abhängigkeit, die standardmäßig aktiv ist. Fans des Systems bekommen dafür Lokomotiven und Waggons in Qualitätsstufen – also schnellere Züge sowie größere Fracht- und Flüssigkeitswaggons. Das sogenannte „Weltraum-Casino“ ist dagegen geschlossen: Qualitätsmodule funktionieren nicht mehr bei der Asteroiden-Wiederaufbereitung.

Beim Schaltungsnetz gibt es ebenfalls viel Neues:

  • Lese- und Schreibsignale lassen sich auf unterschiedliche Kabelfarben aufteilen. Das ersetzt die bisherige „magische“ Selbstsubtraktion.
  • Labore können die aktuelle Forschung anhand von Schaltbedingungen festlegen.
  • Kessel und Wärmetauscher lassen sich anschließen, etwa für einfache Notstrom-Lösungen.
  • Landminen funktionieren als Stolperdraht und Gegner-Detektor.
  • Rohre können ans Schaltungsnetz, dazu gibt es eine neue Rohr-Oberfläche.

Factorio Update 2.1: Beißer, Flüssigkeiten und neue Grafik

Auch abseits von Space Age verändert das Factorio Update einiges. Die Expansion der Beißer wurde grundlegend überarbeitet: Die Expansionsgruppen wachsen jetzt mit der Evolution mit, damit sie eine echte Herausforderung sind statt vieler kleiner, nerviger Nester. Frühes Erkunden der Karte verringert die Expansion in der Nähe eurer Basis nicht mehr, und neue Nester entstehen an natürlicheren Orten.

Dazu räumt Wube mit lange bekannten Ärgernissen auf. Pumpjacks und Brennstoffbohrer lassen sich spiegeln, und ein Pfeil zeigt in unklaren Fällen, auf welche Bandseite eine Maschine ablegt. Greifarme legen immer auf die Eingangsseite von Splittern ab. Außerdem ist der Schutz vor vermischten Flüssigkeiten zurück: Rohrleitungen mit unterschiedlichen Flüssigkeiten verbinden sich nicht mehr, stattdessen erscheint eine Warnung. Der Durchfluss skaliert jetzt auch bei sehr hohem Durchsatz sauber, was vor allem legendären Maschinen zugutekommt.

Optisch gibt es die letzte große Grafikrunde: neue Montagemaschinen, eine neue Ölraffinerie, ein neues Raketensilo und neue Wärmetauscher. Ein neues Pumpen-System verbindet sich mit Flüssigkeitswaggons, egal wie verwinkelt euer Bahnhof ist. Dazu kommen ein diagonaler Flammenwerfer-Turm und Planeten, die im Hintergrund der Weltraumplattformen sichtbar sind. Linux-Spieler mit ARM64-Hardware dürfen sich außerdem über native Unterstützung freuen. Wer am Linux-Rechner spielt, findet bei uns auch mehr zu den neuen Steam-Erfolgen und Linux-Neuerungen.

Vor dem Factorio 2.1 Update: Das solltet ihr sichern

Bevor ihr auf Factorio 2.1 wechselt, lohnt sich ein kurzer Sicherheitscheck. Wube selbst weist auf diese Punkte hin:

  • Spielstände sichern: 2.0-Saves lassen sich laden, nach dem Update aber nicht mehr auf 2.0 zurückstufen. Kopiert eure wichtigsten Spielstände vorher an einen sicheren Ort.
  • Blaupausen exportieren: Auch Blaupausen können nicht auf 2.0 zurück. Exportiert eure Lieblingsbaupläne oder ganze Blaupausenbücher als Text-String.
  • Schaltungen prüfen: Änderungen wie die Aufteilung von Ein- und Ausgängen im Schaltungsnetz können bestehende Fabrik-Designs kaputt machen. Plant nach dem Update etwas Zeit zur Kontrolle ein.
  • Mods checken: Viele beliebte Mods wurden in der Experimental-Phase angepasst, aber nicht alle. Prüft, ob eure wichtigsten Mods schon für 2.1 bereit sind, bevor ihr einen modlastigen Spielstand weiterspielt.

Unser Tipp: Wer mitten in einem großen Durchlauf steckt, kann den Spielstand zuerst als Kopie unter 2.1 laden und schauen, was noch läuft. So bleibt das Original unangetastet. Wie unterschiedlich große Updates ausfallen können, zeigt übrigens auch das Cyberpunk 2077 Update 2.5.

Fazit: Ein würdiger Abschied für Factorio

Mit Factorio 2.1 verabschiedet sich Wube nicht mit einem Feuerwerk, sondern mit dem, wofür die Community das Spiel liebt: durchdachte Verbesserungen, die den Alltag in der Fabrik angenehmer machen. Gemischte Raketenladungen, Transfers zwischen Plattformen und ein optionales Quality-System machen Space Age zugänglicher und flexibler. Wie es bei Wube weitergeht, ist offen: Das Studio arbeitet laut eigener Aussage an neuen Prototypen, will aber „lange Zeit“ nichts davon zeigen. Bis dahin gilt: Die Fabrik muss wachsen.

Und ihr? Factorio 2.1 ist das letzte große Update – startet ihr damit einen neuen Durchlauf, oder baut ihr an eurer alten Fabrik weiter? Schreibt es uns in die Kommentare!

Quellen: Factorio Friday Facts #449, PC Gamer

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