Unangenehme Nachrichten für alle, die ein Konto bei Capcom haben: Capcom hat ein großes Capcom Datenleck bestätigt. Unbekannte haben sich Zugriff auf Daten des Kontosystems CAPCOM ID verschafft, betroffen sind laut Publisher weltweit 11.774.247 Datensätze. Vor allem E-Mail-Adressen und Login-Informationen sind abgeflossen, Passwörter und Kreditkartendaten laut Capcom nicht. Wir erklären, was beim CAPCOM ID Hack genau passiert ist, wer betroffen ist und was ihr jetzt tun solltet.
Capcom Datenleck: Was ist passiert?
Laut der offiziellen Mitteilung von Capcom vom 22. Oktober 2026 hat ein Dritter unbefugt auf Kundendaten der CAPCOM ID zugegriffen. Die CAPCOM ID ist das zentrale Konto des Publishers. Ihr nutzt es für verschiedene Webdienste von Capcom, und manche Capcom-Spiele brauchen es für ihre Online-Funktionen. Capcom betont, dass alle Dienste mit CAPCOM ID weiter laufen und das Spielen der Games nicht beeinträchtigt ist.
Der Zeitplan laut Capcom:
- 19. Oktober: Capcom entdeckt verdächtige Aktivitäten, blockiert den Zugriff und bestätigt noch am selben Tag den unbefugten Zugang
- 20. Oktober: Ein interner Krisenstab wird eingerichtet. Es zeigt sich, dass Kundendaten abgeflossen sind und bei einigen Konten Passwörter geändert wurden
- 21. Oktober: Meldung an die Polizei der Präfektur Osaka und an die japanische Datenschutzbehörde
- 22. Oktober: Öffentliche Bekanntgabe mit Entschuldigung
- 23. Oktober: Zweiter Bericht, die Untersuchung zum Umfang gilt als abgeschlossen
Welche Daten beim CAPCOM ID Hack abgeflossen sind
Capcom unterscheidet in seiner Mitteilung drei Gruppen. Die größte betrifft praktisch alle genannten Datensätze, die beiden anderen nur sehr wenige Konten:
- 11.774.247 Datensätze: E-Mail-Adresse sowie systemeigene Kennungen, also Zeitpunkt der Kontoerstellung, Zeitpunkt des letzten Logins, Anzahl der Logins und die IP-Adresse beim letzten Login
- 43 Datensätze: zusätzlich Geburtsdatum, Geschlecht, Land oder Region und Spitzname
- 196 Konten: Hier wurde das Login-Passwort ohne Zustimmung der Besitzer geändert. Capcom hat diese Passwörter inzwischen zurückgesetzt
Wichtig: Laut Capcom gibt es keine Hinweise darauf, dass die von euch selbst gesetzten Passwörter abgegriffen wurden. Auch Kreditkartendaten sind nicht betroffen. Wie The Verge zusammenfasst, ist die Zahl der E-Mail-Adressen zwar riesig, viel mehr haben die Angreifer aber nicht erbeutet. Wie genau die 196 Passwörter geändert werden konnten, hat Capcom bisher nicht öffentlich erklärt. Der Publisher schreibt nur, dass die Angriffsmethode erkannt und behoben wurde.
Zweiter Bericht: 19 Shop-Konten in Japan betroffen
Einen Tag später legte Capcom mit einem Update zum Datenleck nach. Bei 19 der 196 Konten mit geänderten Passwörtern haben die Angreifer auch die Kontoseiten von e-Capcom aufgerufen. e-Capcom ist der Onlineshop von Capcom in Japan. Dort konnten sie Name, Telefonnummer, Postleitzahl, Adresse, Geschlecht, Geburtsdatum, Kaufhistorie, Support-Anfragen und gespeicherte Adressbücher einsehen. Alle 19 Fälle betreffen Kunden in Japan, Kreditkartendaten waren auch hier nicht dabei. Bei den übrigen Konten fand Capcom nach eigener Aussage keine weiteren abgeflossenen Daten.
Bin ich vom Capcom Datenleck betroffen?
Wenn ihr irgendwann eine CAPCOM ID angelegt habt, solltet ihr davon ausgehen, dass zumindest eure E-Mail-Adresse betroffen sein kann. Bei mehr als elf Millionen Datensätzen ist ein großer Teil der registrierten Nutzer dabei. Capcom hat angekündigt, betroffene Kunden zu benachrichtigen. Eine Liste der betroffenen Adressen gibt es nicht, und Capcom nennt auch keine Zahlen für einzelne Länder.
Für Spieler in Europa hat Capcom Europe eigene Kontaktwege eingerichtet: das Support-Formular von Capcom und die E-Mail-Adresse feedback@capcom.com. Dort könnt ihr nachfragen, wenn ihr unsicher seid oder etwas Verdächtiges an eurem Konto bemerkt.
Capcom Phishing: Die eigentliche Gefahr kommt jetzt
Eine E-Mail-Adresse allein ist kein Weltuntergang. Kritisch wird es aber, wenn Betrüger wissen, dass diese Adresse zu einem Capcom-Konto gehört und wann ihr euch zuletzt eingeloggt habt. Genau davor warnt Capcom selbst: Die Daten könnten für gefälschte E-Mails, SMS oder Anrufe genutzt werden, die sich als Capcom oder Partner ausgeben. Typische Maschen nach so einem Leak sind angebliche Sicherheitswarnungen, Aufforderungen zur „Konto-Bestätigung“ oder falsche Gewinnspiele mit Gratis-Inhalten für aktuelle Spiele.
Klickt also keine Links in unerwarteten Capcom-Mails an und öffnet keine Anhänge. Wenn ihr eine Nachricht prüfen wollt, ruft die Capcom-Seite lieber selbst im Browser auf, statt dem Link zu folgen. Und gebt euer Passwort nie auf einer Seite ein, die ihr über einen Mail-Link erreicht habt.
CAPCOM ID Passwort ändern und Konto absichern
Auch wenn eure Passwörter laut Capcom sicher sind, schadet ein kurzer Sicherheits-Check nicht. Das solltet ihr jetzt erledigen:
- CAPCOM ID Passwort ändern: Vor allem, wenn ihr ein älteres oder schwaches Passwort nutzt
- Passwort nicht doppelt verwenden: Nutzt ihr dieselbe Kombination aus E-Mail und Passwort bei Steam, PlayStation Network, Xbox oder eurem Mail-Konto, ändert sie dort ebenfalls
- Zwei-Faktor-Schutz aktivieren: Überall, wo es angeboten wird, besonders beim E-Mail-Postfach, das an euren Gaming-Konten hängt
- Passwort-Manager nutzen: So hat jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort
- Mails von Capcom kritisch prüfen: Absender, Links und Rechtschreibung genau ansehen
Fazit: Ärgerlich, aber kein Grund zur Panik
Das Capcom Datenleck gehört mit über elf Millionen Datensätzen zu den größeren Vorfällen in der Spielebranche. Die gute Nachricht: Passwörter und Zahlungsdaten sind laut Capcom nicht betroffen, und eure Spiele laufen ganz normal weiter. Das sollte auch alle beruhigen, die gerade die Monster Hunter Wilds Demo für die Switch 2 ausprobieren. Die größte Gefahr sind jetzt Phishing-Mails. Wer wachsam bleibt und keine Passwörter doppelt nutzt, ist auf der sicheren Seite.
Habt ihr schon eine Mail von Capcom bekommen, oder ändert ihr jetzt vorsichtshalber euer Passwort? Schreibt es uns im Forum. Und falls ihr nach dem Schreck lieber auf die Monsterjagd geht: Unsere Community-Frage Welche Waffe nehmt ihr zuerst? ist weiterhin offen.

